Death Stranding 2: Kojimas neuestes Meisterwerk im Test
Hideo Kojima hat es wieder getan. Death Stranding 2 On The Beach ist ein Spiel, das sich jeder Kategorisierung entzieht und den Spieler auf eine Reise mitnimmt, die gleichermaßen verstörend und wunderschön ist. Sam Porter Bridges, erneut verkörpert von Norman Reedus, setzt seine Mission fort und erkundet dabei eine Welt, die noch surrealer und mysteriöser ist als im Vorgänger. Nach über fünfzig Stunden mit dem Spiel können wir bestätigen, dass Kojima seine Vision kompromisslos verwirklicht hat.
Das Gameplay wurde gegenüber dem Vorgänger erheblich weiterentwickelt. Das Traversal-System, einst Kritikpunkt vieler Spieler, fühlt sich nun befriedigender und abwechslungsreicher an. Neue Fortbewegungsmittel und Werkzeuge erweitern die Möglichkeiten, die zerklüftete Landschaft zu durchqueren. Die Kampfmechaniken sind vollwertiger und bieten taktische Tiefe, ohne den Fokus auf Erkundung und Lieferungen zu verdrängen. Die neuen Verbindungsmechaniken zwischen Spielern sind kreativ und stärken das Gemeinschaftsgefühl der Spielerbasis.
Visuell ist Death Stranding 2 eines der beeindruckendsten Spiele dieser Generation. Die Decima Engine wurde deutlich aufgewertet und liefert fotorealistische Landschaften, die von isländischer und skandinavischer Natur inspiriert sind. Die Gesichtsanimationen der Star-Besetzung, zu der nun auch Elle Fanning und Shioli Kutsuna gehören, sind phänomenal und tragen die emotionalen Momente der Geschichte überzeugend. Der Soundtrack von Ludvig Forssell und lizenzierte Songs unterstreichen die Atmosphäre perfekt.
Death Stranding 2 wird nicht jedermanns Geschmack treffen und das ist in Ordnung so. Es ist ein kompromissloses Kunstwerk, das Geduld und Offenheit verlangt, dafür aber unvergessliche Erlebnisse bietet. Die Geschichte ist vielschichtig und regt zum Nachdenken an, auch wenn sie stellenweise übermäßig kryptisch gerät. Technisch und inszenatorisch setzt das Spiel neue Maßstäbe. Für uns ist Death Stranding 2 ein Meisterwerk und ein starker Kandidat für das Spiel des Jahres. Wertung: 9,5 von 10 Punkten.