Gabriel Knight: 20th Anniversary Edition
Die Neuauflage von Gabriel Knight: Sins of the Fathers ist eine Hommage an eines der besten Point-and-Click-Adventures der 90er Jahre. Entwicklerin Jane Jensen hat mit ihrem Studio Pinkerton Road die Grafik komplett neu gezeichnet und die Musik neu aufgenommen, während sie versuchte, die Essenz des Originals zu bewahren. Für Fans des Originals ist das Ergebnis eine gemischte Tüte.
Die neuen Hintergrundgrafiken sind wunderschön handgezeichnet und fangen die Atmosphäre von New Orleans perfekt ein. Die Charaktermodelle sind jedoch umstritten. Während einige Designs gelungen sind, wirken andere steif und unheimlich. Besonders Gabriel selbst hat sein markantes Aussehen verloren und wirkt jetzt generisch. Zum Glück kann man zwischen neuer und klassischer Grafik wechseln.
Die Geschichte ist weiterhin fesselnd. Gabriel Knight, ein Buchhändler und angehender Schriftsteller, gerät in eine düstere Welt von Voodoo-Morden und okkulten Mysterien. Die Dialoge sind intelligent geschrieben, die Rätsel logisch und herausfordernd. Die Neuauflage enthält auch zusätzliche Inhalte, darunter neue Zwischensequenzen und erweiterte Dialoge, die Jensens ursprüngliche Vision besser umsetzen.
Ob die Anniversary Edition die richtige Wahl ist, hängt vom Spieler ab. Nostalgiker bevorzugen vielleicht die klassische Version mit ihren pixeligen Grafiken und Tim Currys ikonischer Synchronisation. Neulinge könnten die modernisierte Präsentation bevorzugen. Unabhängig von der Version ist Gabriel Knight eine zeitlose Geschichte, die beweist, dass Adventure-Games mehr als nur Rätsel sind — sie können literarische Erfahrungen bieten.