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Assassin's Creed Unity: Die Schuldfrage

Gaming · 2014-11-13 · xtowin

Die Debatte um Assassin's Creed Unity ist mehr als nur eine Diskussion über technische Probleme. Sie wirft grundsätzliche Fragen über die Verantwortung von Entwicklern, Publishern und auch Spielern auf. Wer trägt die Schuld daran, dass ein so offensichtlich unfertiges Spiel veröffentlicht wurde? Die Antwort ist komplizierter, als man zunächst denken könnte.

Ubisoft als Publisher hat zweifellos die Hauptverantwortung. Die Entscheidung, das Spiel trotz bekannter Probleme zu veröffentlichen, um die wichtige Weihnachtszeit nicht zu verpassen, war eine rein geschäftliche Entscheidung auf Kosten der Qualität. Die Entwickler selbst hatten wahrscheinlich keine Wahl in der Angelegenheit. Crunch-Zeiten und unmögliche Deadlines sind in der Industrie leider Standard geworden.

Aber auch die Spielergemeinschaft trägt eine Mitschuld. Die Vorbestellungskultur ermutigt Publisher, unfertige Spiele zu veröffentlichen, weil sie wissen, dass Millionen bereits bezahlt haben, bevor das Spiel überhaupt erscheint. Reviews und Tests werden oft ignoriert zugunsten von Hype und Marketing. Erst wenn genug Spieler mit ihrem Geldbeutel abstimmen, wird sich die Industrie ändern.

Die Lösung liegt in einem Kulturwandel. Entwickler brauchen mehr Zeit und bessere Arbeitsbedingungen. Publisher müssen lernen, dass Qualität langfristig profitabler ist als schnelle Releases. Und Spieler sollten geduldig sein, Reviews abwarten und nicht blind vorbestellen. Unity ist hoffentlich ein Weckruf für alle Beteiligten.

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