Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen…

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… denn dieses Thema ist ein so furchtbar altes: die Veröffentlichungspolitik der Spielehersteller. Nach dem ohnehin schon dünnen Frühling ist über den gesamten Sommer hinweg kein einziges „großes“ Spiel erschienen und jetzt wird ab Ende September – trotz bereits zahlreicher Verschiebungen auf 2015 – wieder einmal ein Titel nach dem anderen veröffentlicht.

Ohne eine kleine, unvollständige Liste (alle Termine von Eurogamer) kommt dieser Text leider nicht aus, also:

9. September: Destiny
25. September: FIFA 15
30. September: Sherlock Holmes: Crimes & Punishments
3. Oktober: Middle-earth: Shadow of Mordor
7. Oktober: Alien Isolation
8. Oktober: DriveClub
10. Oktober: NBA 2K15, Skylanders Trap Team, Sleeping Dogs HD
14. Oktober: The Evil Within
17. Oktober: Borderlands: The Pre-Sequel
24. Oktober: Bayonetta 2, Sid Meier’s Civilization: Beyond Earth
28. Oktober: Lords of the Fallen
4. November: Call of Duty: Advanced Warfare
10. November: The Crew
11. November: Halo: The Master Chief Collection
13. November: Assassin’s Creed: Rogue, Assassin’s Creed: Unity, PES 2015, World of Warcraft: Warlords of Draenor
14. November: LEGO Batman 3: Beyond Gotham
21. November: Dragon Age 3: Inquisition, Escape Dead Island, Far Cry 4, Project Cars

Auch wer großen Spielen nicht mehr allzu viel abgewinnen kann, dürfte sich schwer tun, darunter nicht vier, fünf Titel zu entdecken, auf die er/sie zumindest einen näheren Blick werfen möchte.

In meinem Fall wären das zum Beispiel Sherlock, Alien Isolation, The Evil Within, Bayonetta 2, Beyond Earth, Dragon Age 3 und Far Cry 4. Vermutlich schaue ich auch mal bei AssCreed: Unity und AssCreed: Shadow of Mordor rein, um mich zu vergewissern, dass ich das Genre weiterhin nicht leiden kann.

Und um zu erahnen, dass etliche dieser Spiele die Erwartungen ihrer Publisher nicht erfüllen können, muss man nicht Michael Pachter heißen.

Ich habe aufgegeben, diese Angst vor dem Sommer wirklich zu verstehen, und doch erhält die Thematik dieser Tage einen leicht neuen Anstrich, denn längst sind es nicht mehr nur Publisher, die das Weihnachtsgeschäft als ihren Heiligen Gral betrachten: Auch Indie-Studios und kleine Verlage, die häufig zwangärmer über den Release ihrer Spiele entscheiden können und jede Aufmerksamkeit brauchen, ziehen mitunter den Herbst vor.

The Vanishing of Ethan Carter, The Masterplan, Costume Quest 2 oder auch ein Dreamfall Chapters hätten von Juni bis August die Presse fast für sich alleine haben können, stattdessen erscheinen sie nun zwischen den gut 30 oben genannten Titeln und können froh sein, wenn überhaupt jemand von ihrem Release erfährt, bevor sie im Steam Winter Sale für „-75% Off“ verscherbelt werden. Von den Spielen, die zwar halbherzig im Frühling oder Sommer veröffentlicht wurden, aber bis heute im Early Access feststecken, ganz zu schweigen.

Vermutlich gibt es für Publisher großartige Studien darüber, warum das so sein muss, warum es sinnvoller ist, drei Spiele in den Herbst zu packen, anstatt das Risiko über das Jahr zu verteilen, doch je kleiner das Spiel und der Hersteller, desto unsinniger erscheint mir im Zeitalter von „Digital Downloads“ das Festklammern an alten und häufig widerlegten Weisheiten.

Aber was weiß ich schon; es ist ja nicht mein Problem. Ich freue mich jetzt also darauf, in den nächsten Monaten mal wieder etwas spielen zu dürfen – und dann gibt’s hier auch mal wieder was zu sehen!

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Freier Journalist. Autor. Spielefan.

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