Gaming Monitor: Tipps & Empfehlungen

Die Frage nach dem besten Gaming Monitor gestaltet sich etwas schwieriger als die nach einem guten Gamer PC, denn während sich letzterer recht einfach in drei Preisklassen von 500 bis 1500 Euro zusammenstellen lässt, spielen beim Bildschirm zahlreiche Faktoren eine Rolle: Wie groß soll die Bildschirmdiagonale sein und wie hoch ist die gewünschte Auflösung? Soll er 120 Hz bzw. 144 Hz unterstützen und somit 3D-fähig sein oder reichen die üblichen 60 Hz aus? Wird er nur zum Spielen verwendet oder soll er auch bei anderen Aufgaben zum Einsatz kommen?

Grundsätzlich ist bei einem Gaming Monitor natürlich das Input Lag relevant, das aufgrund der noch immer verwendeten LCD-Technik und der notwendigen Nachbearbeitung zur Bildverbesserung bei dem ein oder anderen Gerät relativ groß ist, auch wenn es bei Weitem nicht so schlimm und wichtig ist, wie manche Hersteller und Magazine gerne glauben machen wollen.

Weil es so viele verschiedene Optionen gibt, wollen wir Euch hier die zwei besten Bildschirme für Spieler in insgesamt vier verschiedenen Kategorien vorstellen: Gaming Monitore mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel), mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel), mit 4K-Auflösung (3840 x 2160) sowie 3D-Monitore, die bisher ebenfalls auf Full HD setzen.

Die Bildschirmdiagonale ergibt sich dabei nahezu von selbst: Für Full HD ist 24 Zoll das gängigste Angebot, WQHD ist vorrangig in der Kategorie ab 27 Zoll anzutreffen und 4K letztlich ab 28 Zoll. Dass Auflösung und Bildschirmdiagonale in einem direkten Zusammenhang stehen, ist aufgrund der damit verbundenen Pixeldichte logisch – einen 27-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung würden wir beispielsweise nur noch bedingt empfehlen.

Full HD: Für Einsteiger

Der Einstieg muss nicht teuer sein: Ein großartiger Gaming Monitor in der Größe 24 Zoll und mit Full-HD-Auflösung ist derzeit schon für einen niedrigen dreistelligen Betrag zu haben. Als die besten Hersteller im unteren Preissegment haben sich in den vergangenen Jahren BenQ und erstaunlicherweise auch Asus etabliert.

Ein sehr guter Gaming Monitor ist beispielsweise der Asus VS248H, aber auch der BenQ GL2450HM überzeugt, beide sind für jeweils etwa 150 Euro erhältlich. Sofern keine besonderen Ansprüche in Hinblick auf etwaige Zusatzfeatures gestellt werden, handelt es sich bei beiden um einwandfreie Bildschirme, die mit guter Ergonomie und einem niedrigen Input Lag überzeugen.

  • Bezeichnung
  • Bildschirmdiagonale
  • Auflösung
  • Kontrast
  • Reaktionszeit
  • Ergonomie
  • Bonus-Features
  • Preistipps

  • Beispielbild
  • BenQ GL2450HM
  • 24 Zoll
  • 1920 x 1080 Pixel
  • 12.000.000:1
  • 2 ms
  • yes
  • Lautsprecher, BenQ Senseye
  • Preistipps

  • Beispielbild
  • Asus VS248H
  • 24 Zoll
  • 1920 x 1080 Pixel
  • 50.000.000:1
  • 2 ms
  • yes
  • Aspect Ratio Control, Smart View, Asus Splendid

WQHD: Bedingt zu empfehlen

WQHD, also eine Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln, sitzt so ein klein wenig zwischen den Stühlen: Full HD ist es nicht mehr, aber von 4K auf der anderen Seite ist es ebenso noch weit entfernt. WQHD-Bildschirme haben sich bisher vorrangig an diejenigen gerichtet, die viel am Computer arbeiten, Spieler hingegen wurden dabei nur am Rande bedacht. Das mag auch erklären, warum viele Geräte in dieser Kategorie über ein vergleichsweise hohes Input Lag verfügen, das sich zwar noch zum Spielen eignet, aber die Empfehlung etwas abschwächt.

Zugleich mag der Preis viele potentielle Käufer abschrecken: Für gute Modelle wie etwa den Asus PB278Q oder den Dell U2713HM muss man um die 500 Euro ausgeben – ein Preis, für den es bereits einen sehr brauchbaren Gaming Monitor mit 4K-Auflösung in 28 Zoll gibt.

Einziger nennenswerter Vorteil von WQHD ist für uns, dass die Auflösung für die meisten aktuellen PCs noch im gut schaffbaren Bereich liegt, während die Vervierfachung von Full HD auf 4K selbst starke Computer vor eine recht schwere Aufgabe stellt.

4K: Die (noch) teure Zukunft

Von den Herstellern wird 4K derzeit als die Zukunft angepriesen und anders als bei dem großen 3D-Hype vor ein paar Jahren ist diese Prognose durchaus glaubhaft: Die Vervierfachung der Auflösung von 1920 x 1080 auf 3840 x 2160 Pixel ist spätestens ab einer Bildschirmdiagonale von 28 Zoll regelrecht notwendig, um das Pixelraster in den Hintergrund treten zu lassen, zudem wird 4K für Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift dringend benötigt – was für einen Bildschirm allerdings naturgemäß keine Rolle spielt.

Dennoch sollte man sich beim Kauf eines High End Gamer PCs derzeit überlegen, ob Full HD noch ausreicht oder 4K nicht doch die bessere Wahl wäre, denn mit dem Samsung U28D590P sowie dem Asus PB287Q gibt es hier zwei sehr gute Geräte “schon” für 500 bis 600 Euro; sie wirken technisch bereits ausgereift und stehen in Hinblick auf die Ergonomie und Spieletauglichkeit ihren niedriger aufgelösten Vorläufern in Nichts nach.

Der große Haken ist derzeit noch die 4K-Performance, denn die vierfache Auflösung bedeutet im Schnitt einen Performance-Verlust von 60 bis 70 Prozent. Sprich: Schafft dein PC in Full HD in einem Spiel 60 Frames pro Sekunde, sind es in 4K üblicherweise eher um die 20 Frames pro Sekunde – und dann ruckelt es.

Wer seine Spiele optisch ausreizen will (und seien wir ehrlich: wer das nicht will, kauft sich auch keinen 4K-Bildschirm), muss bei der Grafikkarte in den sauren Apfel beißen und zwei (!) GTX 780 Ti oder zwei Radeon R9 295 X2 einbauen, um eine ordentliche Leistung zu bekommen. Für die meisten Gamer dürfte 4K derzeit daher noch schlichtweg viel zu teuer sein.

3D: Perspektive mit Haken

Sowohl in Kino und Fernsehen als auch am Computer ist 3D so ein bisschen das hässliche Entlein geworden: Lange Zeit wurde es von den Hersteller in den Himmel gelobt, aber die Kunden konnten sich nicht so recht dafür begeistern – obwohl 3D zumindest in Spielen durchaus nett anzusehen sein kann. Die unangenehme Brille und die vergleichsweise geringe Auswahl an 3D-Bildschirmen mag dafür verantwortlich sein, zumal mit Virtual Reality die wesentlich aufregendere Variante vor der Tür steht. Wir würden daher 3D nur noch bedingt empfehlen.

Was für Gaming Monitor mit 3D-Support spricht, sind die vergleichsweise geringen Kosten: Für keine 300 Euro gibt es derzeit beispielsweise den Acer Predator XB270, der sich mit seinem niedrigen Input Lag, aber auch seiner starken Ergonomie direkt an Spieler richtet. Einziger Haken ist hier die, wie bereits angesprochen, für ein 27-Zoll-Gerät recht niedrige Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln.

Ähnliches gilt für den ebenfalls empfehlenswerten BenQ XL2720Z, der allerdings auch in 24 Zoll verfügbar ist, was ihn in unseren Augen einen Tick empfehlenswerter machen würde, wenn da nicht der höhere Preis wäre.

Mit beiden Modellen sind Spieler aber, was 3D angeht, auf der sicheren Seite und gut ausgestattet!